Von AUGIAS-Data
Erstellt: 28.08.2025
AUGIAS-Schnittstellen für DIMAG (Ingest, Transfer und DimaX)
Immer mehr Archive stehen vor der Aufgabe, bestehende Verzeichnungsdaten aus einem Langzeitarchiv wie DIMAG in ein Archivfachinformationssystem (AFIS) zu überführen – oder umgekehrt. Die Systemarchitektur von DIMAG und die bereits etablierten Erschließungsstrukturen in den AUGIAS-Archivprogrammen führen dabei zu verschiedenen Herausforderungen. Um diese zu bewältigen, stellt AUGIAS-Data mehrere spezialisierte Schnittstellen zur Verfügung.

AUGIAS-Ingest: Import aus DIMAG in AUGIAS
Der häufigste Anwendungsfall in Archiven besteht darin, Metadaten aus bereits in DIMAG archivierten Beständen nachträglich in die Fachinformationssysteme AUGIAS-Archiv oder AUGIAS-Express zu übernehmen. Für diesen Zweck wird die Schnittstelle AUGIAS-Ingest eingesetzt.
Die Archivarin oder der Archivar erstellt zunächst auf DIMAG-Seite eine METS-Exportdatei, die anschließend von AUGIAS-Ingest ausgelesen und importiert wird. Dabei wird das vorkonfigurierte Mapping berücksichtigt.
AUGIAS-Ingest unterstützt sowohl den Import flacher Verzeichnungseinheiten (eine Ebene) als auch – seit Release 36 – den Import komplexer Verzeichnungshierarchien. Dabei hängen die zur Verfügung stehenden Importoptionen vom verwendeten AFIS ab: AUGIAS-Archiv erlaubt die Verzeichnung auf bis zu fünf Ebenen, während AUGIAS-Express die Verzeichnung auf einer Ebene unterstützt.
AUGIAS-DimaX: Export aus AUGIAS in DIMAG
In einigen Archiven wurde der Zugang zu einem Langzeitarchiv wie DIMAG erst realisiert, nachdem bereits zahlreiche Bestände in AUGIAS-Archiv oder -Express erschlossen worden waren. Um diese Daten nachträglich in das Langzeitarchiv zu überführen, wurde die Schnittstelle AUGIAS-DimaX entwickelt.
DimaX ermöglicht den Export von Metadaten aus den AUGIAS-Programmen in das DIMAG-System. Die Schnittstelle erzeugt eine DIMAG-konforme Exportdatei, überträgt diese automatisiert per SFTP an den Zielserver und stößt anschließend den Import der Verzeichnungseinheiten über die SOAP-Schnittstelle an.
Im Zuge dieses Prozesses wird eine eindeutige DIMAG-AID erzeugt. Diese dient als Identifikator des Quellsystems (AFIS) innerhalb von DIMAG und ermöglicht eine Verknüpfung und den direkten Aufruf der Objekte aus dem AFIS heraus.
Mit DimaX lassen sich Bestände, Verzeichnungseinheiten und auch Repräsentationen aus AUGIAS exportieren. Die dafür erforderliche Mapping-Konfiguration wird vom Nutzer direkt in den Programmeinstellungen definiert. Dabei ist besonders zu beachten, dass DIMAG zwischen Strukturobjekten (übergeordnete Einheiten mit Untergliederungen) und Informationsobjekten (abschließende Einheiten mit Repräsentationen) unterscheidet. In AUGIAS können Verzeichnungseinheiten beide Rollen einnehmen.
AUGIAS-DimaX ist bei Erwerb von AUGIAS-Ingest 1.0 im Lieferumfang enthalten und wird ab Rel. 17 in vollem Funktionsumfang zur Verfügung stehen. Nähere Informationen zu DimaX entnehmen Sie bitte der AUGIAS-Ingest-Produktseite.
AUGIAS-Transfer: gleichzeitige Datenaufnahme in AUGIAS-Archiv/Express und DIMAG
In bestimmten Nutzungsszenarien sollen digitale Unterlagen direkt bei der Übernahme in zwei Systeme gleichzeitig eingespielt werden: die Dateien in das Langzeitarchiv DIMAG und die Metadaten in das AFIS von AUGIAS-Data. Dieser Ablauf entspricht dem OAIS-Modell und wird zunehmend in automatisierten Workflows umgesetzt.
Dafür stellt DIMAG das DIMAG-Ingest-Tool bereit, das mit dem sogenannten AFIS-Connector erweitert werden kann. Um diese direkte Kommunikation zu ermöglichen, entwickelt AUGIAS-Data aktuell die REST-basierte Schnittstelle AUGIAS-Transfer. Sie erlaubt dem Ingest-Tool, während des Imports automatisch Bestände und Verzeichnungseinheiten in AUGIAS-Archiv X anzulegen, dabei die nötige AID (DIMAG Archivobjekt-ID) zu erzeugen und in diesen beiden Systemen synchron zu hinterlegen.
AUGIAS-Transfer befindet sich derzeit in der Entwicklungs- und Testphase.
Aufruf von DIMAG-Objekten aus dem AFIS
AUGIAS-Archiv X sowie AUGIAS-Express 8 unterstützen derzeit den direkten Aufruf verknüpfter Objekte im DIMAG-Kernmodul. Voraussetzung dafür ist, dass die AID als Fremd-ID in der jeweiligen Verzeichnungseinheit in AUGIAS hinterlegt ist und eine Aufrufkonfiguration definiert wurde.
Beim Aufruf wird ein Browserfenster geöffnet. AUGIAS übergibt die in der Konfiguration hinterlegten Parameter, insbesondere die URL des DIMAG-Kernmoduls und die zugehörige AID. Je nach Systemkonfiguration kann DIMAG beim Zugriff zusätzliche Anmeldedaten abfragen.
Die Unterstützung des Aufrufs des DIP (Dissemination Information Package) bei Endnutzern über das DIMAG Access Tool ist geplant.

